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Wandel aktiv gestalten - durch Kommunikation

Die Bundeswehr steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Mehr denn je ist Kommunikation ein gewichtiger Schlüssel zum Erfolg der damit verbundenen Prozesse. Denn im sogenannten Informationszeitalter steigen nicht nur die Erwartungen der Öffentlichkeit an die Transparenz der politischen Akteure und deren Entscheidungen. Auch die Angehörigen der Bundeswehr sind grundlegend darauf angewiesen, politische Absichten und Ziele zu kennen, um ihren Auftrag und den Wandel erfolgreich gestalten zu können. Ohne Information sind Verständnis und Akzeptanz auf breiter Basis inner- wie außerhalb der Bundeswehr nicht zu gewinnen. Kommunikation muss schließlich sicherstellen, dass Informationen ihre Adressaten auch erreichen. (4/2011)

Porträt Oberst Axel Hecht

Die Neuausrichtung stellt die Bundeswehr vor neue Herausforderungen. (Quelle: Bundeswehr/Parge)Größere Abbildung anzeigen

Dabei stehen Kommunikation und Wahrnehmung der Bundeswehr vor neuen, durchaus erheblichen Herausforderungen. In der neu gefassten ZDV 10/1 „Innere Führung“ findet sich die grundlegende Aussage: „Wichtigste Mittler der Informationsarbeit sind die Angehörigen der Bundeswehr selbst.“ Durch die Aussetzung der Wehrpflicht, die seit dem 1. Juli 2011 wirksam ist, sind die Grundwehrdienstleistenden als bisher bedeutende Mittler in die Gesellschaft nicht mehr aktiv.

Ihre Erfahrungen in und mit der Bundeswehr, die sie in ihre Familien, Freundes- und Kollegenkreise trugen, und die damit einen nicht zu unterschätzenden Teil der öffentlichen Wahrnehmung der Bundeswehr bildeten, entfallen. Zusätzlich werden die Streitkräfte durch ihre bevorstehende Reduzierung in der Fläche gesellschaftlich weniger sicht- und greifbar. Diese Entwicklungen können nicht nur durch das in der Informationsarbeit der Bundeswehr tätige Personal aufgefangen werden. Mehr denn je sind daher alle Angehörigen der Bundeswehr heute und künftig als Botschafter unseres Auftrags gefordert. Dafür gilt es nach außen, aber auch nach innen, noch mehr Bewusstsein, aber auch Aktivität zu entwickeln als bisher.

Das persönliche Kennenlernen und das Gespräch, die jeweils direkte Erfahrung mit der Bundeswehr und ihren Angehörigen gewinnt daher künftig noch stark an Bedeutung. An der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation bilden wir deshalb besonders das in der Informationsarbeit der Bundeswehr sowie in der Wehrdienstberatung eingesetzte Personal intensiv aus. Auch immer mehr Kommandeure und zivile Entscheidungsträger der Bundeswehr nutzen unsere Angebote, ihre kommunikativen Fähigkeiten weiterzuentwickeln – besonders einsatzbezogen – aber natürlich auch für ihre hiesigen Aufgaben.

Gleichzeitig ist es wichtig, neue Wege der Kommunikation zu erschließen. Waren es vor einer Generation noch die Tageszeitung und die Nachrichten in Fernsehen oder Radio, durch undie sich die Öffentlichkeit informierte, sind mittlerweile das Internet und soziale Netzwerke bedeutende Plattformen für Informationsbereitstellung und -austausch geworden. Die Welt der Medien hat sich dadurch stark diversifiziert, und diese Entwicklung wird absehbar weiter fortschreiten.

Für uns stellt sich damit die Frage, wie die Informationsmärkte im Sinne unseres gesetzlichen Informationsauftrags zweckdienlich und wirtschaftlich genutzt werden können. Online- Angebote wie etwa bei YouTube oder im Rahmen der Kampagne „Wir. Dienen. Deutschland.“ erreichen mit wenigen Akteuren bundesweit große Interessentenkreise. Sie bieten auch Dialogmöglichkeiten, die vielfach dort genutzt werden, wo eine direkte Ansprechbarkeit der Bundeswehr fehlt. Vor diesem – hier lediglich kurz skizzierten – Hintergrund gilt es, weiter daran zu arbeiten, die Bundeswehr, ihren Auftrag und ihren Wandel für die gesellschaftliche Diskussion erfahrbar werden zu lassen.

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Stand vom: 04.12.13 | Autor: Oberst Axel Hecht


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