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Truppeninformation und Innere Führung

Die Bundeswehr wurde Anfang der 1950er Jahre bewusst als Gegenentwurf zur Wehrmacht des Dritten Reiches konzipiert. Nie wieder sollte Kadavergehorsam in Kriegsverbrechen münden. Der Soldat sollte als mündiger Staatsbürger eines demokratisch verfassten Gemeinwesens wissen, wofür er im Ernstfall sein Leben einsetzt. Voraussetzung dieser Motivation ist auch die Truppeninformation als Teil der Inneren Führung. (4/2011)

Screenshot der Website www.youtube.com/bundeswehr

Teil der Truppeninformation heute: Die Bundeswehr auf YouTube (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Führung allgemein und Ausbildung, Bildung und Erziehung gründen wesentlich auf dem Umgang mit Informationen“, so der „Vater der Truppeninformation“, Oberst Dr. Günter Will. Heute nimmt die Rolle von Informationen in den Streitkräften an Relevanz noch zu. Beispielsweise gilt es, „Soldatinnen und Soldaten sowie ihre Familien über die rechtlichen Bestimmungen sowie über Möglichkeiten und aktuelle Entwicklungen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Dienst zu informieren“ (Handbuch „Vereinbarkeit von Familie und Dienst“).

Dadurch kann in der aktuellen Streitkräftestrukturreform das in den Mittelpunkt gerückte Bild eines attraktiven Arbeitgebers dargestellt werden, um qualifizierten Nachwuchs nicht nur zielgerichtet anzusprechen, sondern auch auf Dauer zu binden. Truppeninformation ist also notwendiger denn je. Sie wird herausgefordert durch den technologisch bedingten Wandel der Medien- zu einer Wissensgesellschaft sowie – damit zusammenhängend – durch die in ihren Auswirkungen noch gar nicht vorhersehbare Allgegenwart von Informationszugängen und -angeboten in (sicherheits-) politischen, ökonomischen und alltagsbezogenen Kontexten. Als Belege genügen hier die Stichworte Wikileaks, Twitter, Facebook oder YouTube.

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Handbuch Innere Führung

Das „Handbuch Innere Führung“ von 1957 (Quelle: if/Bucurescu)Größere Abbildung anzeigen

Die Rolle von Informationen für die Innere Führung

Als Unternehmensund Führungsphilosophie ist die Konzeption Innere Führung eng mit dem Faktor Information verbunden. Unterteilt man die Innere Führung in vier Zielkomponenten, lässt sich die zentrale Rolle der Information dabei idealtypisch ablesen. Die Legitimation des Auft rages benennt die Geschäft sgrundlage für die Streitkräfte. Sicherheitspolitische Analysen ergeben, dass Deutschland neben weiteren Instrumenten weiterhin über Militär verfügen muss, um den vorhandenen Risiken, Gefahren und Bedrohungen angemessen innerhalb von Bündnissen begegnen zu können. Deshalb ist der Sinn des heutigen militärischen Dienstes sowohl in die Öff entlichkeit als auch in die Bundeswehr zu kommunizieren. Innere Führung dient zweitens der Integration der Bundeswehr in Staat und Gesellschaft.

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Gerade wegen der seit der Wiederbewaffnung in den 1950er Jahren vorherrschenden Skepsis gegenüber dem Militärischen müssen die Bürger über den veränderten Auftrag der Bundeswehr regelmäßig und umfassend informiert werden. Das Publizitätsgebot des Grundgesetzes verlangt nach einer Kontrolle des Militärs, die vorrangig durch das Parlament wahrgenommen wird. Nur durch Information lässt sich das große Vertrauen in die Institution Bundeswehr aufrechterhalten und Akzeptanz für konkrete militärische Einsätze gewinnen. Zum Dritten erfordert eine im wahrsten Sinne des Wortes „zeitgemäße“ Menschenführung entsprechende „zeitnahe“ Informationen durch Vorgesetzte auf allen Ebenen.

In Zeiten des kontinuierlichen Strukturwandels erwarten die Soldatinnen und Soldaten umfassende Auskünfte über die künft igen Rahmenbedingungen ihres Berufs. Nichts erschüttert und verunsichert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mehr als fehlende Planungssicherheit. Damit ist viertens der Soldat als Staatsbürger in Uniform angesprochen, der motiviert seinen Dienst verrichten soll. Der ihm abverlangte mitdenkende Gehorsam setzt voraus, dass er den Auft rag der Streitkräft e und seine Rolle darin verstanden hat und ihn kritisch refl ektieren können sollte. Da die Soldatinnen und Soldaten dafür einstehen, die Sicherheit (Security) der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Bürger zu garantieren, muss ihnen selbst die notwendige Gewissheit (Certainty) über ihren Beruf gegeben werden.

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Grafik zum Thema Truppeninformation

Grafik zum Thema Truppeninformation (Quelle: if/Beu)Größere Abbildung anzeigen

Funktionen der Truppeninformation

Die Truppeninformation erfüllt als Gestaltungsfeld der Inneren Führung diese Aufgaben innerhalb und außerhalb der Bundeswehr. Den einschlägigen amtlichen Dokumenten (ZDv 10/1 Innere Führung, Teilkonzeption Informationsarbeit, Richtlinien für die Durchführung der Informationsarbeit) lassen sich drei zentrale Funktionen der Truppeninformation entnehmen: Führungsaufgabe, Teil der politischen Bildung sowie Verbreitung regierungsamtlicher und dienstlicher Absichten und Entscheidungen. Die integrative Ausrichtung der Truppeninformation kann aus den Regelungen mit Hilfe der Lasswell- Formel herausgelesen werden: Wer sagt was mit welchem Medium zu wem mit welcher Wirkung?

Träger (wer) sind in erster Linie alle unmittelbaren Vorgesetzten. Doch kommt in der zentralen Truppeninformation dem Bundesministerium der Verteidigung und insbesondere dem Presse- und Informationsstab eine koordinierende und kontrollierende Rolle zu. Truppeninformation beschäftigt sich schwerpunktmäßig (was) mit Sicherheitspolitik, dem Auftrag der Bundeswehr sowie der Stellung des Soldaten in Staat und Gesellschaft. Medien sind gedrucktes, elektronisches und audiovisuelles Material, ergänzt um entsprechende Lehr- und Unterrichtsmaterialien. Sie setzen dabei auch eigene Akzente im Ringen um die Deutungshoheit von massenmedialen Inhalten.

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„Truppeninformation wendet sich an (wen) aktive Soldatinnen und Soldaten, zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr und an deren Familienangehörige sowie an Reservistinnen und Reservisten. Personalvertretungen und Vertrauenspersonen stellen hier eine besondere Zielgruppe und Multiplikatoren dar. Truppeninformation wirkt auch in die Öffentlichkeit.“ Diese Zielgruppen sollen über die Absichten und Entscheidungen der politischen und militärischen Führung informiert werden. Den Soldatinnen und Soldaten ist darüber hinaus zu ermöglichen, sich eine eigene Meinung zu bilden und politisch mündig sowie auftragsgerecht handeln zu können (Wirkungen). Sie können sich außerdem ungehindert aus allgemein zugänglichen Quellen informieren – ein Grundrecht der Informationsund Meinungsfreiheit, das im Artikel 5 Grundgesetz verankert ist.

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Soldat mit Frau und Kind

Truppeninformation soll dazu beitragen, Soldatinnen und Soldaten über aktuelle Entwicklungen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Dienst zu informieren. (Quelle: IMZ Bw/Bienert)Größere Abbildung anzeigen

Vom pädagogischen zum publizistischen Prinzip

Die periodisch erscheinende Militärpublizistik lässt sich bis in das 18. Jahrhundert zurückverfolgen. Sie war im früheren deutschen Militärwesen sehr ausgeprägt und verfolgte jeweils unterschiedliche Zwecke. Doch nach Ende von NS-Herrschaft und Zweitem Weltkrieg musste auch auf dem Gebiet der Truppeninformation „etwas grundsätzlich Neues“ entstehen. Die Entwicklung seit dem Aufbau der Bundeswehr bis heute zeigt einen Wandlungsprozess von einem pädagogischen zu einem stärker publizistischen Prinzip der Informationsarbeit. Als Teil der Inneren Führung kam der Information des Staatsbürgers in Uniform für Wolf Graf Baudissin und seine Mitarbeiter eine zentrale Bedeutung zu.

Die Angehörigen der Bundeswehr sollten umfassend mit einem neuen Verständnis von Militär in der Demokratie vertraut gemacht werden. Der spätere Oberst Dr. Günter Will wurde 1953 im Referat Inneres Gefüge der Dienststelle Blank mit der Vorbereitung der „Truppen-Information“ (so die Schreibweise) beauftragt. Inhalte, Methoden, Mittel und Organisation mussten trotz geringer Ressourcen sowie unter unklaren Kompetenzen erarbeitet werden. Als zentrales Organ der Truppeninformation in der Bundeswehr erschien seit August 1956 die Zeitschrift „Information für die Truppe“ unter Verantwortung der Unterabteilung Innere Führung.

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Bis zu diesem Zeitpunkt waren zahlreiche Bedenken zu zerstreuen, die sich gegen die Konzeption Innere Führung im Allgemeinen sowie gegen eine politische Information („Politisierung der Truppe“) von Soldaten im Besonderen richteten. Da es im zivilen Bereich den Begriff der politischen Bildung noch gar nicht gab, wurde die Bezeichnung Truppeninformation mit einer solchen pädagogischen Absicht verwendet. Der spätere Generalinspekteur Adolf Heusinger betonte bereits im Juni 1953 vor dem Ausschuss für Fragen der europäischen Sicherheit im Bundestag, dass alles erarbeitet werden müsse, was notwendig sei, „um Soldat und Offi zier die Tatsachenkenntnisse zu vermitteln, die sie brauchen, um in ihrem Volk verstehend und mitverantwortlich tätig zu sein“.

Vor dem Hintergrund der politischen Spannungen zwischen Ost und West sollte eine klare Grenze zwischen Information und Indoktrination gezogen werden. Die Grundgedanken der Truppeninformation sind im Auft rag Baudissins von Will im „Handbuch Innere Führung“ von 1957 dargestellt worden. Die geistige und menschliche Haltung des Soldaten erfordere eine ebenso sorgfältige Pflege wie die der Waffe. Demokratische Staaten müssten in der Art der Pflege anders als totalitäre Staaten vorgehen: „Niemals durch Propaganda, ausschließlich durch sachgemäße, objektive, unbestechliche Information, die jeder Nachprüfung standhält, ja, die dem Einzelnen – als dem Schlüsselpunkt des freiheitlichen Staates – auch die Freiheit der Nachprüfung auf Wahrheitsgehalt, Vollständigkeit und Objektivität gestattet.“ Der Staatsbürger in Uniform habe das gleiche Recht wie jeder andere Staatsbürger auch, „sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten“.

Information für die Truppe

Ausgabe aus dem Gründungsjahr 1956 (Quelle: if/Bucurescu)Größere Abbildung anzeigen

Daraus folge: „Der besser informierte Soldat ist dem schlechter informierten von vornherein überlegen, denn er kennt die Zusammenhänge, hat den größeren Überblick, kann Einzelheiten besser einordnen und besitzt die ruhige Sicherheit der besseren Kenntnis.“ Eingebettet in diese grundsätzlichen Erkenntnisse militärischer Führungskunst vor dem Hintergrund der ideologischen Auseinandersetzung erhielt die Truppeninformation die Aufgabe, „den Soldaten mit den wichtigsten Ereignissen von allgemeiner, politischer, wirtschaft licher, sozialer oder kultureller Bedeutung bekannt [zu] machen und ihm dabei [zu] helfen, sie in den jeweils größeren politischen, historischen oder auch ethischen Zusammenhang einzuordnen“.

Die entsprechenden „Hinweise für die Truppen-Information“ an den Kompaniechef in der Erstausgabe der „Information für die Truppe“ 1956 boten ein umfassendes Konzept mit umfangreichen Hilfen und Ratschlägen. Da sich in den 1950er Jahren die Medienlandschaft in Deutschland erst allmählich entwickelte, musste die Bundeswehr eigene Medien aufb auen, um die Soldaten mit Informationen erreichen zu können. Das schloss Hinweise zur eigenen Informationsbeschaff ung ein. Für den Kompaniechef waren die Medien der Truppeninformation gleichzeitig Lehrmaterial.

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Die Zeitschrift „Information für die Truppe“ behandelte monatlich politische, gesellschaftliche, zeitgeschichtliche und historische Themen für den Unterricht und stellte sie zur Diskussion. Das Herzstück der Hefte bildete in den Anfangsjahren das „Thema des Monats“. Diese Themen dienten als Unterlagenmaterial für die „Allgemeine Information“ in der Grund- und Vollausbildung. Der Bedarf an Basisinformationen und Hintergrundanalysen zu politischen, historischen, juristischen und pädagogischen Themen wurde mit der „Schriftenreihe Innere Führung“ gedeckt. Die erste Nummer befasste sich im Sommer 1956 unter dem Titel „Aufstieg aus Trümmern“ mit einer kurzen Nachkriegsgeschichte Deutschlands.

Die Hefte dieser Zeitschrift erschienen zu thematischen Reihen, die sich bis 1978 durch die Farbe des Einbandes unterschieden. Beispielsweise vermittelte die „grüne Reihe“ die für den Truppenalltag wichtigen Wehrgesetze und Vorschriften. Das politische System wurde in der „blauen Reihe“ erläutert. Ein feldgrauer Kartoneinband umgab Publikationen einer Sonderplanung: Die „Schicksalsfragen der Gegenwart“. Bekannte Autoren deckten in sechs Bänden Themen aus allen wichtigen Wissens- und Lebensbereichen ab. Neben diesen Printmedien kam ab Juni 1961 die „Filmschau der Bundeswehr“ auf 16-Millimeter-Film dazu. Die Filme durften damals in der Truppe nur durch Fachpersonal mit Vorführscheinen in eigens organisierten Veranstaltungen gezeigt werden.

Information für die Truppe

Ausgabe aus dem Jahren 1958 (Quelle: if/Bucurescu)Größere Abbildung anzeigen

Weitere Zeitschriften, die sich schwerpunktmäßig Fragen der allgemeinen Ausbildung, der Führung und Organisation, der Technik oder den Teilstreitkräften widmeten, entstanden in anderen Abteilungen und Referaten des BMVg, ebenso die spätere „Bundeswehr aktuell“. Informationen zu militärpolitischen Themen konnten bereits seit Anfang der 1950er Jahre den von Verlagen herausgegebenen Fachzeitschriften (zum Beispiel „Wehrkunde“) entnommen werden. Die „Information für die Truppe“ sollte als politische Zeitschrift den Geist der neuen Streitkräfte vermitteln. Sie ist daher ein geeigneter Seismograph, um die inhaltliche Ausrichtung der Truppeninformation kritisch zu analysieren. Die ersten Jahre unter der Aufsicht Baudissins zeichneten sich durch parteipolitische Neutralität bis hin zur Überparteilichkeit aus. Ab 1958 bis Mitte der sechziger Jahre prägte dann das sicherheitspolitische Umfeld die Inhalte der Truppeninformation („psychologische Rüstung“).

Die rote Reihe „Bolschewismus“ stand ganz im Zeichen anti-kommunistischer Aufklärung. Die erste Vorschrift zur politischen Bildung vollzog 1966 mit dem Titel „Geistige Rüstung“ eine redaktionelle Abkehr von einer „psychologischen Verteidigung“. Insgesamt konnte die inhaltliche Darstellung als ausgewogen bewertet werden. Die Themenbehandlung entsprach im Wesentlichen der partnerschaftlich orientierten Integrationspädagogik. Im Vordergrund stand eine an den freiheitlichen demokratischen Grundwerten ausgerichtete Darstellung. Die in den 1960er Jahren in der politischen Publizistik feststellbare Tendenz zum Negativismus und zur Kontroversität fand sich in der Zeitschrift in diesem Zeitraum so nicht wieder.

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Adolf Heusinger, Hans Speidel und Theodor Blank

Die Generäle Adolf Heusinger (l.) und Hans Speidel (r.) mit dem damaligen Verteidigungsminister Theodor Blank am 12. November 1955 (Quelle: Bundesregierung/Unterberg)Größere Abbildung anzeigen

Anpassungen an eine neue Medienwelt

Nach wechselnden Gestaltungselementen der Print- und AV-Medien wurde in den 1990er Jahren ein Grundsatz aus der integrierten Unternehmenskommunikation aufgegriffen, dass nach außen nichts kommuniziert werden soll, was von den Mitarbeitern nicht mitgetragen wird. Folglich wurde die Truppeninformation neben der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie der Nachwuchswerbung zu einer tragenden Säule der Informationsarbeit. Zielsetzung und inhaltliche Schwerpunkte sollten sich nicht von der Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr unterscheiden. Außerdem wurden aufgrund tiefgreifender medialer Veränderungen die Nutzungsgewohnheiten der Soldaten erforscht und führten im Ergebnis zur heutigen Struktur.

Diese besteht aus einem Medienmix von Print-, AV- und Online-Medien. Neben der neuen Monatszeitschrift „Y. - Magazin der Bundeswehr“ blieb ab 2001 die „Information für die Truppe“ als Quartalszeitschrift erhalten. Sie wird in einem neuen Format seit 2007 unter dem Namen „if - Zeitschrift für Innere Führung“ als Publikation für die vertiefende Hintergrundberichterstattung und als hilfreiches Nachschlagewerk im Rahmen der politischen Bildung weitergeführt. Zusammen mit der Online- Zeitschrift „Reader Sicherheitspolitik“ verfügt die Bundeswehr damit über zwei Angebote mit wissenschaft lichanalytischer Prägung, die in anderen Streitkräft en ohnehin eine Selbstverständlichkeit sind.

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Die Relevanz des Informationszeitalters wurde von der Bundeswehr frühzeitig erkannt und mündete in den Aufb au des neuen Mediums „Intr@net aktuell“. Das Intranet der Bundeswehr verfügt heute über alle Möglichkeiten der internen zeitverzugslosen Online- Kommunikation. Ergänzend stellt die Bundeswehr Informationen in Form von Videos, Fotos und Texten in den Social Media (YouTube, flickr, Facebook) bereit. Auf den Auslandseinsatz ausgerichtet, strahlt Bw-TV Sendepakete von öff entlich-rechtlichen und privaten Fernsehanstalten aus. Mit diesen Medienangeboten ist die Bundeswehr endgültig in der digitalen Medienwelt angekommen und hat die Truppeninformation vom pädagogischen zum publizistischen Prinzip gemacht.

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Information für die Truppe

Ausgabe aus dem Jahr 2004 (Quelle: if/Bucurescu)Größere Abbildung anzeigen

Aktuelle Herausforderungen

Die Truppeninformation lässt sich als Bestandteil eines umfassenden Informations- und Kommunikationsmanagements (IKM) beschreiben. Das IKM stellt im sicherheitspolitischen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess das Instrumentarium der politischen und militärischen Akteure dar, um in einem Austauschprozess mit der Gesellschaft und der internationalen Umwelt treten zu können. Die Art, wie zwischen Politik, Militär, Fachleuten und Gesellschaft kommuniziert wird, bestimmt letztendlich die deutsche Sicherheitskultur.

Die Truppeninformation als eine Komponente des IKM muss berücksichtigen, dass einerseits jede Information überall und zu jedem hinfl ießen und andererseits jedermann Informationen überall hin verbreiten kann. Daraus kann ein Zielkonfl ikt entstehen, sowohl Öffentlichkeit herstellen als auch Sicherheit (für Deutschland, seine Bürger, im Einsatzgebiet für die Bevölkerung und die eigenen Soldatinnen und Soldaten) garantieren zu wollen. Öff entlichkeit bedarf des freien und ungehinderten Austauschs von Informationen zwischen der Gesellschaft und der Politik. Nur so können politische Handlungen und Entscheidungen legitimiert und akzeptiert werden.

if-Zeitschriften

Aktuelle Ausgaben der „if - Zeitschrift für Innere Führung“ (Quelle: if/Alexandra Bucurescu)Größere Abbildung anzeigen

Wesentliche Merkmale sind Transparenz und Aufklärung. Das Ziel der Sicherheit wiederum begrenzt unter Umständen diese Öffentlichkeit, wenn in besonderen Situationen Informationen geheim oder zurückgehalten werden oder zur Beeinfl ussung eines militärischen Gegners eingesetzt werden (müssen). Dieser verwendet im asymmetrischen Konfl ikt Informationen meist in manipulativer Absicht. Entsprechend vorsichtig müssen Soldaten im Einsatz mit eigenen Texten und Bildern umgehen. Öff entlichkeit führt aber letztlich zu mehr und nicht zu weniger Sicherheit. Der wahrheitsgetreue Umgang mit Informationen darf deshalb nur in gut begründeten Ausnahmen vermieden werden. Nehmen nämlich erst einmal Misstrauen und Ablehnung zu, können die nicht mehr erreicht werden, mit denen und für die eigentlich Sicherheit hergestellt werden soll.

Ein freier Journalismus muss auch über unbequeme Sachverhalte für Politik und Militär berichten. Die Unterstützung der Bevölkerung ist im Kampf um die öffentliche Meinung deshalb nur durch wahrheitsgemäße, glaubwürdige und vertrauensvolle Informationen aufrecht zu erhalten. Die Truppeninformation kann sicher dazu beitragen, Orientierungen im Dschungel der Informationsangebote zu bieten und solche Informationen frühzeitig und umfassend bereitzustellen, die den Soldatinnen und Soldaten am dringendsten und wichtigsten erscheinen.

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Stand vom: 04.12.13 | Autor: Dr. Hans-Joachim Reeb


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